Wolbachia in Bienen (Anthophila)

Wolbachia in Bienen (Anthophila)

Michael Gerth1, Denise Aumer1, Christoph Bleidorn1

1 Universität Leipzig, Molekulare Evolution und Systematik der Tiere, Talstraße 33,
  04103 Leipzig, Deutschland

Wolbachia ist eine Gattung maternal vererbter, intrazellulärer Symbionten. Man findet die Bakterien in vielen Nematoden und Arthropoden; die Prävalenz wird auf bis zu 66% geschätzt. Wolbachia kann vielerlei Einfluss auf seine Wirte ausüben, bekannt sind Veränderungen der Fortpflanzung, des Stoffwechsels, der Resistenz gegenüber Pathogenen sowie mitochondrieller Vererbungsmuster und möglicherweise sogar Artbildung.

Unsere Forschung konzentriert sich auf die horizontale, d.h. zwischenartliche Übertragung von Wolbachia. Viele der Stämme scheinen nicht artspezifisch zu sein und zeigen keinerlei Hinweise auf Koevolution mit ihren Wirten. Man findet nah verwandte Wolbachia - Stämme in sehr verschiedenen Wirten aus unterschiedlichsten geografischen Regionen. Diese Tatsache deutet auf relativ junge Ausbreitungen der Infektion sowie auf deren häufigen horizontalen Transfer hin. Die für dieses Muster ursächlichen Mechanismen sind größtenteils unbekannt. Einige Studien zeigten jedoch, dass interspezifische Wolbachia- Übertragung häufig zwischen phylogenetisch und/oder ökologisch nah verwandten Arten auftritt.

Wir untersuchen Wolbachia in Bienen (Anthophila), weil diese zum einen sehr häufig mit Wolbachia infiziert sind und zum anderen, weil sie hinsichtlich ihrer Ökologie und Evolution eine vergleichsweise gut untersuchte Tiergruppe darstellen. Zur Zeit typisieren wir viele Wolbachia - Stämme aus Bienen mittels verschiedener bakterieller Loci. Durch phylogenetische und statistische Analysen hoffen wir, Einblicke in die Übertragungswege von Wolbachia zu erhalten. Weitere Methoden umfassen immunohistochemische Färbung, Konfokale Laser-Scanning Mikroskopie sowie Transfektionsexperimente.

letzte Änderung: 12.09.2018