Faunistische Untersuchungen zu aculeaten Hymenopteren

Faunistische Untersuchungen zu aculeaten Hymenopteren

Christoph Bleidorn1

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Universität Leipzig, Molekulare Evolution und Systematik der Tiere, Talstraße 33,
  04103 Leipzig, Deutschland

Aculeate Hymenopteren (Stechimmen) umfassen die allseits bekannten Bienen, Wespen und Ameisen. Alleine bei den Bienen sind um die 560 Arten in Deutschland bekannt und die weiteren Gruppen wie Grabwespen, Wegwespen, Faltenwespen und Goldwespen sind zusammengenommen ähnlich artenreich. Die Lebensweise einiger dieser Gruppen ist in Mitteuropa schon gut untersucht und bevorzugte Nistplätze (bspw. endogäisch oder hypergäisch) oder Nahrungsgrundlage (Blütenpflanzen, Beutespektrum) sind für viele Arten bekannt. Die Ökologie einiger seltener Arten wartet jedoch immer noch auf Aufklärung und kann man durch Beobachtung in der Natur auch in heimischen Gefilden noch immer Neues beitragen. Beispielsweise leben viele Bienen und Wespen als spezialisierte Kleptoparasiten auf Kosten verwandter Arten und solche Wirt-Parasit-Beziehungen sind häufig noch unklar. Aufgrund ihrer häufig engen ökologischen Bindung werden diese Tiergruppen immer häufiger für Naturschutzgutachten herangezogen. Wir beschäftigen uns hier in der AG mit faunistischen Erhebungen zu diesen Tiergruppen im Großraum Leipzig. So konnten wir auf dem Bienitz in Leipzig innerhalb von zwei Jahren 244 Stechimmenarten (exkl. Ameisen) nachweisen, inklusive einiger bundesweit gefährdeter und seltener Arten. Aktuell untersuchen wir im Rahmen von vier Bachelorarbeiten die Insektenfauna der Hochhalde Trages im Südraum Leipzigs. Alle Daten werden für die Erstellung regionaler und überregionaler Roter Listen zur Verfügung gestellt. Ziel dieser Arbeiten ist vor allem die Vermittlung von Artenkenntnis, ein Prärequisit für viele zoologische Forschungsprojekte. Die sichere Bestimmung kann in der Regel nur mit Hilfe der Mikroskopie vorgenommen werden. Zusätzlich verwenden wir jedoch auch molekulare Marker für die Identifikation von Arten. Auch in Mitteleuropa ist die Taxonomie für viele Artkomplexe noch ungeklärt und in kleinen Projekten können solche Themen mit molekularbiologischen und morphologischen Methoden bearbeitet werden.

letzte Änderung: 12.09.2018