Lebendige Luppe

Lebendige Luppe

Lebendige Luppe

Auenlandschaften sind charakterisiert durch eine hohe biologische und strukturelle Vielfalt sowie eine hohe Produktivität. Sie haben durch Retention von Hochwasser, Rückhalt von Sedimenten und Nährstoffen sowie Kohlenstoffspeicherung wichtige Regulationsfunktionen. Seit der Mensch an den Ufern der Flüsse siedelt, beeinflusst und reguliert er sie intensiv. In Folge wasserbaulicher Maßnahmen wie Eindeichung, Fließstreckenbegradigung und -verkürzung wurden Auen weitgehend von ihren Flüssen entkoppelt und damit die Auendynamik durch das Ausbleiben periodischer Überflutungen stark eingeschränkt sowie das Grundwasserregime nachhaltig verändert. Aufgrund dieser Regulationen und anthropogener Landnutzung gehören Auenökosysteme heutzutage europaweit zu den am stärksten gefährdeten Lebensräumen unserer Kulturlandschaft. Zur Revitalisierung von Auen sind insbesondere die Wiederherstellung eines auentypischen Wasserhaushaltes wesentliche Voraussetzungen für die Wiederherstellung und den langfristigen Erhalt einer auentypischen Biodiversität und der mit Auenwäldern verbundenen Ökosystemfunktionen.

Eine solche Revitalisierung soll mit dem Projekt "Lebendige Luppe - Attraktive Auenlandschaft als Leipziger Lebensader - Biologische Vielfalt bringt Lebensqualität in die Stadt" in Leipzig realisiert werden. Die Aue der Weißen Elster und der Luppe liegt in unmittelbarer Nähe zur Stadt Leipzig und ist aufgrund ihrer ausgedehnten Hartholzauwälder als mitteleuropäisch bedeutsame Auenlandschaft eingestuft. Im Rahmen des Projektes werden die historischen Fließstrecken der Luppe, die durch Regulationsmaßnahmen in den 1930er Jahren zerschnitten wurden, wieder zu einem durchgängigen, dauerhaft wasserführenden Fließgewässer von 15 km Länge verbunden (sog. "Lebendige Luppe"). Dadurch wird in angrenzenden Bereichen eine Anhebung und auentypische Dynamisierung der Grundwasserstände ermöglicht. Durch die Anbindung von Altlaufstrukturen und Senken werden ökologische Ausuferungen und Überflutungen ermöglicht. Des Weiteren werden von der Austrocknung bedrohte Stillgewässer ehemaliger Lehmlachen revitalisiert, zum Erhalt gefährdeter Amphibienpopulationen.

Die Arbeitsgruppe ist zusammen mit dem Helmholtz-Zentrum für Umweltforschung (UFZ - Department Naturschutzforschung) für die naturwissenschaftliche Begleitung des Projektes Lebendige Luppe

verantwortlich. Dabei sollen die Effekte der Revitalisierungsmaßnahmen auf die Biodiversität, ausgewählte Ökosystemfunktionen und Ökosystemleistungen der Aue untersucht werden. Dafür wurden im Maßnahmengebiet Dauerbeobachtungsflächen eingerichtet, auf denen die Diversität ausgewählter Indikatorgruppen (Vegetation, Laufkäfer, Amphibien) sowie Grundwasserdynamik, Wasser- und Stoffhaushalt im Boden, Kohlenstoffspeicherung und Waldentwicklung erfasst werden.

Dieses Projekt wird bearbeitet von Carolin Seele und wird durch folgende Fördermittelgeber finanziert.

letzte Änderung: 04.08.2017