BEF China

BEF China

Das BEF-China Experiment wird von der DFG Forschergruppe FOR 891 durchgeführt. BEF steht für "Biodiversity - Ecosystem Functioning". Es untersucht Ökosystemfunktionen in subtropischen Wäldern in China. Dafür wird auf einer Fläche von zur Zeit 60ha ein Wald gepflanzt, der aus Parzellen mit unterschiedlichem Artenreichtum an Bäumen besteht. Parallel werden in einem nahegelegenen Naturschutzgebiet Parzellen natürlich gewachsenen Waldes untersucht. Fragen, die im Rahmen des BEF-China Experiments untersucht werden, reichen vom Einfluss von Artendiversität und genetischer Diversität auf Primärproduktion, Kohlenstoff-, Stickstoff- und Nährstoffkreislauf bis hin zu Bodenmikroben und Prävention von Herbivorie, Invasion gebietsfremder Pflanzenarten und Erosion. Unsere Forschergruppe hat über informatives Filmmaterial über die einzelnen Themen und das Experiment selbst zusammengestellt: DFG Science TV. Die Arbeitsgruppe von Christian Wirth in Leipzig führt zwei der zur Zeit 13 Teilprojekte. Zum einen das Zentralprojekt "Datenmanagement", zum anderen das Subprojekt "Totholz Dekomposition".

BEF China Datenportal

Datensätze aus dem Forschungsbereich Biodiversität - Ökosystemfunktionen zeichnen sich durch hohe Komplexität aus. Ökosysteme bestehen aus einer Vielzahl verschiedener Organismen, die miteinander interagieren. Ökosystemfunktionen wie Baumwachstum schaffen ökosystemare Dienstleistungen wie die Speicherung von Kohlendioxid. Vor dem Hintergrund der immer intensiveren menschlichen Nutzung und Verschmutzung von Ökosystemen und dem damit einhergehenden massiven Artensterben stellt sich die Frage, ob ein Verlust an Vielfalt auch einen Verlust an Funktionalität nach sich zieht. Diese Funktionalitäten beruhen jedoch auf komplexen Interaktionen der beteiligten Organismen und deren Umwelt. Um zu klären, ob beispielsweise ein Verlust an Baumarten das Wachstum eines Waldes beeinträchtigt, benötigt man Informationen zur Zusammensetzung des Baumbestandes, Klimadaten, Umweltdaten, Daten zur räumlichen und zeitlichen Heterogenität des Wachstums. Die Frage kann nicht erschöpfend im üblichen Zeitraum von Forschungsprojekten beantwortet werden (3 Jahre) und muss an vielen unterschiedlichen Standorten bearbeitet werden, um regionale oder globale Aussagen treffen zu können. Um vernetzte Fragen dieser Art zu beantworten, haben interdisziplinäre Forschergruppen zusammengefunden, die ihre Ergebnisse untereinander austauschen.

Die Aufgabe von Datenportalen ist es also, Daten gemeinsam nutzen und analysieren zu können, sowie Daten vergangener Projekte weiter zugänglich zu machen. Das von uns entwickelte Datenportal BEFdata ist geeignet für Forschergruppen, die mit Excel arbeiten und ihre Daten miteinander abgleichen möchten. Der Code ist auf Anfrage frei zugänglich für andere interessierte Forschergruppen.

Das Datenportal BEFdata dient zudem als Anwendungsbeispiel für die Entwicklung von Instrumenten zur Verknüpfung von statistischen Analysetools (R) mit dem Datenportal (siehe auch: GFBio). Der download von ganzen Datenpaketen vom Datenportal in R erleichtert deren Analyse. Zusammen mit der Möglichkeit eines upload von R Skripten oder Abbildungen wird zudem die Rückverfolgbarkeit von Daten und ihrer Analyse ermöglicht. Dies ist ein überaus wichtiger Schritt für die Nachvollziehbarkeit und Transparenz von wissenschaftlichen Ergebnissen. Insbesondere gilt dies für Synthesen und Meta-analysen, bei denen es häufig unklar bleibt welche Daten im Detail wie ausgewertet wurden. Wir versuchen eine in diesem Sinne vorbildliche Synthese eines Teils der Daten aus BEF China durchzuführen. Des weiteren sammelt und harmonisiert das zentrale Projekt "Data management" die heterogenen Daten aus dem gesamtem BEF China Projekt auf dem BEFdata Datenportal und unterstützt die WissenschaftlerInnen im Umgang mit diesem.
Bei Fragen wenden Sie sich an David Eichenberg.

Totholzabbau

Während Totholz einen wichtigen Pool für Kohlenstoff und Nährstoffe darstellt, die durch den Abbau von Totholz freigesetzt werden, wissen wir nur wenig darüber, wie Biodiversität den Abbauprozess modifiziert. Ziel des Subprojektes "Totholzabbau" von BEF China ist daher, den Einfluss der Baumdiversität auf den Prozess des Totholzabbaus zu untersuchen. Dafür werden sowohl in den Vergleichsflächen, als auch in den experimentellen Flächen genormte Holzstücke ausgebracht. Das Projekt "Totholzabbau" wird von unserer Doktorandin Katherina Pietsch bearbeitet.

letzte Änderung: 03.02.2016